Sonntag, 8. September 2013
Grubenwehr - Feuerwehr - Brandschutz 2
Stand: 05.September 2013

Ergänzung zu Beitrag: "Grubenwehr - Feuerwehr - Brandschutz"



Innenminister Gall, SPD, hat einen Fragekatalog beantwortet:
"Rettungswehren müssen im Bahntunnel helfen"


"Nachdem die Bahn wegen eines fehlenden Brandschutzkonzepts für die Tunnelbaustellen der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm in der Kritik stand, hat das Thema nun die Landesregierung erreicht. Innenminister Reinhold Gall (SPD) hat einen Fragenkatalog des Kirchheimer Abgeordneten Andreas Schwarz (Grüne) beantwortet. Er stellt unter anderem klar, dass die Rettungswehren auf den Tunnelbaustellen von den bauausführenden Unternehmen betrieben werden müssten. Allerdings müssten die Gemeindefeuerwehren tätig werden, wenn sich im Zuge einer Brandbekämpfung zeige, dass Unterstützung erforderlich ist.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen wollte unter anderem wissen, ob die Bahn als Bauherrin den Gemeindefeuerwehren zusätzliche Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung stellen muss und ob die Kommunen dies von der Bahn einfordern können. In der Regel werde dies vor Baubeginn besprochen, schreibt Gall. Im Fall des Steinbühltunnels bei Hohenstadt sei dies offenbar nicht ausreichend geschehen. Kreisbrandmeister Michael Reick und die Landesbergdirektion übten Kritik. Laut Gall ist die Bahn verpflichtet, mit den örtlichen Rettungsdiensten, also nicht nur der Feuerwehr, über den "notwendigen Ergänzungsbedarf" besondere Vereinbarungen zu treffen. Dies betrifft auch den Katastrophenschutz und die Rettungsdienste."

Quelle: nwz, Dirk Hülser

"in der Regel werde dies v o r Baubeginn besprochen..."

bei "Grubenwehr - Feuerwehr - Brandschutz" wurde aufgezeigt, daß genau diese Problematik schon 2010 Thema war - dennoch fand keine Klärung vor Baubeginn statt !

Dann durfte der Tunnelvortrieb ohne ausreichend funktionierende Grubenwehr nur bis 200 m betrieben werden ... bis jetzt sind es weit über 200 m und außer der Beantwortung des Fragenkatalogs gibt es keine Klarheit:

▶ ist die "Grubenwehr" ausreichend geschult ?
▶ ist die Zusammenarbeit Grubenwehr / Feuerwehr ausreichend eingeübt ?
▶ steht das notwendige Equipment bereit und kann bedient werden ?
▶ sind die anderen Rettungskräfte involviert: DRK, Polizei, Kliniken....?
▶ wie sieht es an den anderen Tunnelbaustellen aus ?

immerhin wird auch in Gruibingen-Umpfental eifrig gesprengt und im 24-Std-Schichtbetrieb das Tunnel vorgetrieben




Tunnel im Umpfental / Aufnahmen 04.08.2013


Luftbild / Baustelle Umpfental / © Bergler21 / Vorbereitung Tunnelanstich



Sonntag, 14. Juli 2013
Grubenwehr...Feuerwehr...Brandschutz


die Grubenwehr für den Tunnelbau der Bahn / NBS war schon 2010 Thema.
Bürgermeister Schaefer von Mühlhausen im Täle äußerte große Bedenken, die vorher ausgeräumt werden müssen. Also vor Beginn der NBS !
Quelle: Presse NWZ

2010 war eine Probeübung der Heilbronner Grubenwehr im Salvatortunnel in Schwäbisch Gmünd:
"Das war alles andere als eine normale Feuerwehrübung, die am Samstag in Schwäbisch Gmünd „unter Tage“ über die Bühne ging. Denn es zeigte sich, dass auch ein zunächst relativ kleines Unglück in den besonderen Raumbedingungen und physikalischen Bedingungen einer weitläufigen Tunnelbaustelle große Wirkung hat. Und auch schlimme Folgen auslösen könnte, wenn nicht sofort ausreichend Rettungsexperten mit teils ganz speziellen Ausrüstungen parat stehen würden."

Damals wurde schon "besonderes Augenmerk auf die Tunnelproblematik" gelegt - im Hinblick auf die vielen geplanten Tunnels von Stuttgart 21 und der NBS Wendlingen-Ulm
Quelle: Remszeitung

Übung Grubenwehr


Grubenrettung während der Bauzeit

am 26.Juni 2013 melden die Medien:
"Fehlendes Brandschutzkonzept: Neubaustrecke Stuttgart-Ulm droht Stopp"

am 28. Juni 2013 folgen Artikel wie:
"Warum es eine Grubenwehr braucht"

Thema: Spezialausrüstung, Spezialausbildung, Kondition, regelmäßige Übungen.
auch wichtig: in dem Artikel wird berichtet, daß die Grubenwehr vorher eine Spezialausrüstung in der Schweiz absolviert hat !

es erfolgen Hinweise auf andere Grubenwehren, die bis zu einem Jahr an ihrem Aufbau "gearbeitet" haben, z.B. beim Tunnelbau Mähringer Berg

am 05. Juli 2013 meldet die Bahn:
"Löschtrupps für die Tunnelbaustelle stehen bereit"

"Für den Einsatz im Brandfall unter Tage steht
eine speziell ausgebildete Rettungswehr zur Verfügung,
die aus Mitarbeitern der Baufirma besteht.
Ein zweiter Löschtrupp wird aus Mitarbeiter der Firma gebildet,
die sich nicht im aktuellen Schichtdienst befindet."


am 10. Juli 2013 wurde eine Besichtigung und Probeübung mit dem zuständigen Kreisbrandmeister unternommen - da war von Euphorie nicht mehr die Rede:
"Die Grubenwehr ist noch nicht einsatzbereit"

Bemerkenswert die Sätze des Kreisbrandmeisters (sinngemäß wiedergegeben):
"wenn sie glauben, was die Bahn sagt, ist das so."
"aus Geschenken an die Feuerwehr entstehen keine Verpflichtungen"



Liest man alle aufgeführten Artikel durch, weiß man, wie aufwendig eine Tunnelrettung ist, wie gut ausgebildet eine Grubenwehr "normalerweise" ist !
Dazu kommen noch DRK, THW, Polizei....

und wie sieht es an den weiteren Tunnelbaustellen der NBS aus ?
wir werden sehen und beobachten

immerhin hat "die Bahn" schon mal Lotsenpunkte aufgestellt


weitere Impressionen:
Bilder der Arnsberger Grubenwehr

Links zum Thema
"Feuer im Tunnel"
"Tödlicher Rauch"